Was ist der Unterschied zwischen Physiotherapie und Krankengymnastik?

Physiotherapie oder Krankengymnastik?

In diesem Blogartikel lernen Sie den Unterschied zwischen der Physiotherapie und Krankengymnastik kennen. Menschen die nicht täglich damit zu tun haben, oder aber nicht regelmäßig in den Genuss der Heilmittel kommen, sind häufig verwirrt, wenn der Arzt von einer benötigten Physiotherapie oder Krankengymnastik spricht. In diesem Artikel stellen wir Ihnen also anhand einiger Beispiele die Physiotherapie vor und erklären Ihnen, was es mit der Krankengymnastik auf sich hat. Lesen Sie daher gerne weiter, wenn Sie sich grundlegend über das Thema informieren und wissen möchten, wie Sie die Krankengymnastik in Ihrer Therapie unterstützen kann. Also, steigen wir ein!

Physiotherapie

Was ist PT und wofür ist sie gut?

Die physikalische Behandlung hat in der Prävention und Nachsorge große Bedeutung. Eine physikalische Therapie hat in der Regel das Ziel, eine Bewegung oder Funktion der Muskulatur bzw. eines oder mehrerer Gelenke wiederherzustellen oder zu erhalten. Mögliche Ziele sind folgend dargestellt:

  • Haltungsschäden vorbeugen
  • Mobilität und Beweglichkeit nach Operation oder neurologischer Erkrankung
  • Funktionsstörungen am Bewegungsapparat zu reduzieren
  • Förderung der Mobilität bei kindlichen Entwicklungsstörungen
  • Schmerzlinderung (z.B. chronische Rückenschmerzen, Schmerzen bei Arthritis, Rheuma, Zervikalsyndrom, Gelenkschmerzen. 
  • Stoffwechsel und Durchblutung anregen und fördern
  • Koordinationsfähigkeit, Kraft und Ausdauer verbessern
  • Bewegungsfähigkeit erhalten (z.B. bei Arthritis, Osteoporose)

In diesen Bereichen wird sie eingesetzt

Die Einsatzmöglichkeiten von Physiotherapie sind sehr vielseitig. Ganz klassische Beispiele innerhalb einer Klinik sind die: Innere Medizin, Pulmologie, Kardiologie, Chirurgie aber auch die Neurologie. Dabei ist die Physiotherapie vielseitig einsetzbar und daher auch unerlässlich in einem Krankenhaus. Die krankengymnastische Behandlung ist hierbei ein Teil der Physiotherapie und wurde vor einigen Jahren noch als Synonym verwendet. Natürlich gibt es auch viele Praxen außerhalb von Krankenhäusern, die je nach Ausbildungsstand der Therapeuten, ähnlich arbeiten. Einige Beispiele für Physiotherapie bei verschiedenen Krankheitsbildern oder Herausforderungen werden unten angeführt.

Hilft sie auch bei Herz-Kreislauf Problemen?

Bei Herz-Kreislauf-Patienten wird Physiotherapie u.a. als Ausdauer- und Bewegungstherapie angewendet, um körperlichen Funktionen wie z.B. die Herztätigkeit und damit die Durchblutung zu verbessern. Häufig wird hier nicht nur Bewegung, sondern auch über Entspannungstraining wie über die Progressive Muskelentspannung oder mit dem Autogenen Training gearbeitet. Wie diese Verfahren funktionieren und wie Sie sie lernen können, erfahren Sie auf der Seite der Entspannungshelden über www.entspannungshelden.de, Ihrem Partner für zertifizierte Präventionskurse, mit Krankenkassenzuschuss.

Einsatzmöglichkeiten in der Chirurgie und als Nachsorge

In der Chirurgie kommt die Physiotherapie z.B. nach Sehnenverletzungen zum Einsatz, nach Herz- oder Lungenoperationen, um Schäden aufgrund langer Liegephasen zu vermeiden, in der Gangschulung nach einer Amputation oder um die Mobilität nach einer Operation (z.B. nach Knochenbrüchen, nach Gelenksimplantationen, OP nach Bandscheibenvorfall etc.) wieder herzustellen. Auch die Behandlung von entstandenen Narben ist ein Teil der Physiotherapie, um das umliegende Gewebe wieder dehnbar zu machen und dadurch die Bewegung zu verbessern.

Behandlungsspektrum in der Uro-Prokto-Gynäkologie

Unwillkürlicher Harnverlust, ständiger Harndrang oder Blasen- und Darmprobleme aufgrund von Erkrankungen (z.B. Schlaganfall), nach Operationen oder nach einer Geburt erfordern ein speziell auf diese Körperregionen abzielendes Übungsprogramm, wie z.B. Beckenbodentraining und Wahrnehmungsschulung, Manuelle Therapien oder Elektro- & Biofeedback-Therapien ergänzen diese und werden von erfahrenen Physiotherapeuten durchgeführt.

Stationäre Physiotherapie auf der Intensiv

Betroffene auf Intensivstationen sind häufig bewusstlos oder werden mit beruhigenden Medikamenten behandelt. Durch langes Liegen steigen Risikofaktoren z.B. für Thrombose, Dekubitus (Wundliegen), Muskelschwäche, oder Lungenentzündung. Physiotherapeuten bewegen den Körper bei bewusstlosen Menschen passiv durch, d.h. ohne Mithilfe des Patienten, bzw. mobilisieren Patienten, die bei Bewusstsein sind, schrittweise ins Sitzen, Aufstehen und Gehen. Dadurch können Risikofaktoren aber auch Schmerzen und das allgemeine Befinden positiv beeinflusst werden.

Physiotherapie in der Orthopädie und Traumatologie

Physiotherapie behandelt im Bereich der Orthopädie und Traumatologie Funktionsstörungen der Muskeln und Gelenke. Sie wird nach orthopädischen Operationen (Knie-, Hüftgelenk, Bandscheibenvorfall, Wirbelsäulenerkrankungen etc.) oder Traumata (z.B. Luxation, Brüche) eingesetzt, um die Mobilität wieder herzustellen. In der Orthopädie ist die Physiotherapie außerdem zur Verbesserung von Haltungsproblematiken, wie z.B. Fußfehlstellungen (Plattfuß) oder Wirbelsäulenverkrümmungen zuständig. Auch die Beratung im Alltag und bei der Arbeit (Sitzen, Liegen, Gehen, Stehen) spielt hier eine Rolle. Die Schulung des Gefühls für den eigenen Körper – Körperwahrnehmung – ist hierfür ein entscheidender Therapiebaustein.

Physiotherapie

So profitieren geriatrische Patienten

Im Bereich der Geriatrie zielt die Physiotherapie einerseits darauf ab, älteren Menschen eine möglichst lange Mobilität und Selbständigkeit zu gewährleisten. Andererseits kommt die Physiotherapie aber auch im geriatrischen Bereich mit all ihren Facetten zum Einsatz, wie z.B. um Betroffene (nach Schlaganfall, Schenkelhalsbruch etc.) wieder mobil zu machen, mit besonderer Rücksichtnahme auf vorhandene Mehrfacherkrankungen. Insbesondere sind hierbei die langfristigen Heilmittelmöglichkeiten, sowie die besonderen Verordnungsbedarfe hervorzuheben, die eine sehr konsequente und langfristige Behandlung ermöglichen,

Physiotherapie ist keine Frage des Alters

Die Kinderheilkunde ist ein breites Anwendungsgebiet physiotherapeutischer Behandlungen. Diese reicht von der Therapie des Säuglings bis zum jungen Erwachsenen, z.B. im Falle angeborener Erkrankungen bzw. Fehlbildungen der Lunge, neurologischer und onkologischer Erkrankungen, bei Haltungsschäden oder Erkrankungen des Bewegungsapparates. Wichtig ist auch die Förderung gesunder Entwicklung und Prävention in Schulen und Kindergärten.

Sportphysiotherapie als wichtiger Bestandteil für Vereins- und Profisport

Verletzungen oder Überlastung: Das sind die häufigsten Beschwerdebilder, die für Sportler eine physiotherapeutische Behandlung erforderlich machen. So etwa können Tennisarm, Folgen einer Verletzung am Meniskus oder Skidaumen mit abgestimmten Übungen therapiert werden. Physiotherapeuten sind jedoch auch beim Aufbautraining im Wettkampf gefragt, wenn mit gezielten Übungen und Geräten bestimmte Muskelpartien trainiert werden sollen. Je nachdem, ob Kraft, Ausdauer oder Bewegungsmuster für die sportliche Disziplin erforderlich sind, erstellt der Physiotherapeut einen darauf abgestimmten Trainingsplan.

Die positive Wirkung von PT und KG

Abnutzungen, Schonhaltung, Verspannungen, Erkrankungen oder Operationen sind oftmals die Ursache für das Versteifen von Gelenken, den Abbau der Muskulatur oder das Verkürzen von Sehnen. Mitunter entwickelt der Betroffene dann falsche Bewegungsmuster, die die Beschwerden noch verstärken. Die Physiotherapie setzt auf der funktionellen Ebene an und trainiert Muskeln, Bewegungsabläufe und körperliche Leistungsfähigkeit. Die Bewegung verbessert den Muskelstoffwechsel, aktiviert das Wachstum in Muskeln und Knochen und regt die Durchblutung an. Dadurch werden Muskeln, Knochen und Knorpel besser mit Nährstoffen versorgt. Der Patient wird in seiner Körperwahrnehmung geschult und dazu angeleitet, regelmäßig auch ungewohnte Bewegungen zu üben und ungenutzte Muskulatur zu kräftigen. Dadurch können Bewegungsmuster verbessert werden.

Verbesserte Beweglichkeit, Kondition und Leistungsfähigkeit

Eine zunehmende Beweglichkeit, Kondition und körperliche Leistungsfähigkeit wirken sich bei sportlichen Herausforderungen ebenso positiv aus wie im Alter, um Stürze mit schweren Folgen zu vermeiden. Regelmäßige Bewegung regt die Gefäßneubildung an, daher wird sie bei Verschlusskrankheiten (Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen) dringend empfohlen. Auch Abnützungen des Knorpelgewebes (Arthrosen) kann man durch das Anleiten zu regelmäßiger Bewegung verhindern. Denn der Knorpel wird nur durch Zug und Druck mit Nährstoffen versorgt. Zusätzlich wird mit Massagen verspannte Muskulatur behandelt, mit Elektrotherapie oder Ultraschall u.a. Schmerzen und auch Gelenksproblematiken vermindert oder mit Lymphdrainage durch das Verschieben der Flüssigkeit im Gewebe der Abtransport von Abfallstoffen gefördert.

So bekommen Sie ein Rezept für eine Behandlung

Folgt

Was müssen Sie nach der Therapie beachten?

Die Wirkung einer physiotherapeutischen Behandlung bemerken Sie nicht nach einmaligem Training, auch nicht über Nacht. Physiotherapie ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem Sie mitunter auch Schmerzen (Muskelkater, Dehnungsschmerz) nach einer Trainingseinheit haben können. Meist ist dies eine normale Reaktion des Körpers, der sich beispielsweise nach langer Bettruhe oder aufgrund eines Gipsverbandes erst an die neuen Bewegungsmuster gewöhnen muss. Auch Erkältungssymptome sind nach einer Behandlung geläufig. Dies ist deshalb der Fall, weil durch die Lockerung von Gewebe Abfallstoffe im Körper freigesetzt werden. Wenn das Immunsystem zu diesem Zeitpunkt bereits geschwächt ist, kann sich dies spürbar machen. Erfahrene Therapeuten klären Sie daher schon vor Behandlungsbeginn entsprechend auf. Sollten Sie übermäßige Schmerzen haben oder sich bereits vorher besonders geschwächt fühlen, müssen Sie das jedoch unbedingt mit Ihrem Therapeuten besprechen.

Was können Sie zum Gelingen der Physiotherapie beitragen?

Ihre aktive Beteiligung (in dem Ausmaß wie es Ihr Gesundheitszustand erlaubt), also auch vom Therapeuten empfohlene „Hausaufgaben“ bewusst und regelmäßig durchzuführen sowie Erlerntes aus der Therapiesituation in den Alltag zu übernehmen, ist die Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg und wirkt sich auch auf die Seele positiv aus. Bewegung und ergänzende Therapie können „entstressend“ wirken, fördern die innere Balance und auch die geistige Regsamkeit. Wenn Sie sich auf diese positiven „Nebenwirkungen“ einlassen, genießen Sie einen doppelten Vorteil.

Fazit

Ein Physiotherapeut kann Ihnen viele Anleitungen geben und Symptome kurz- oder längerfristig lindern. Die Veränderung von Bewegungsmustern, Muskelaufbau, Haltungsproblematiken und Ausdauer liegt aber vor allem in Ihren Händen. Die Physiotherapie ist hierbei die Form der Profession und der Disziplin, die Sie dabei unterstützt Beschwerden zu lindern. Die Krankengymnastik ist dabei das Heilmittel, also die Behandlungsoption die der Therapeutin oder dem Therapeuten zur Verfügung steht.